MHP Arena, Stuttgart.  21. Dez. 2024.
 
Hallo Bloggs. Nachdem der VfB die Oschdalbhürde in "Heudna" erfolgreich genommen hat muss man jetzt nachlegen. Es gilt den Schwung mitzunehmen und am letzten Spiel im alten Jahr nochmals einen Dreier einzufahren. Allen müden Knochen und der allgemeinen Erschöpfung zum Trotz. Vielleicht hat sich das Team zwischenzeitlich an diesen bislang ungewohnten Rhythmus auch gewöhnt? Wäre zu wünschen. Endlich ist man auf einem internationalen Starterplatz, den gilt es jetzt gegen St. Pauli zu verteidigen. Also nochmals alles raushauen, danach ist endlich für drei Wochen etwas Ruhe angesagt.
 
 
Es war schade, jammerschade sogar. Da empfängt der VfB Stuttgart den FC St. Pauli und eine 0:1 Heimniederlage verhagelt den Jahresausklang von einem mehr als bemerkenswerten Kalenderjahr. Eine höchstens durchschnittliche Leistung genügte, um die ganzen gezeigten Leistungen von 2024 vergessen zu lassen. So kurzfristig ist das Gedächtnis, so der Mensch. Was zählt ist der letzte Eindruck, und der war nun mal schlecht. Und so waren bei der letzten Spielerrunde des Jahres gewaltige Lücken im Stadion zu sehen. Allerdings muss auch gesagt werden, dass häufig anschließende Betriebs- oder Vereinsfeiern eben auch noch im engen Terminplan der Stadiongänger zu finden waren.
Zum Spiel. Es ist schon erstaunlich wie oft der VfB Stuttgart behäbig in ein Spiel startet, speziell bei Heimspielen. Oft gelang der Kraftakt, einen Rückstand in einen Sieg zu veredeln, nur diesmal eben nicht. Das letztlich entscheidende 0:1 war das verdiente Ende einer schier unglaublichen Fehlerkette in der Stuttgarter Defensive, ein Dorfplatzgebolze auf höchstem Niveau. Das Anrennen der Hausherren war planlos, kraftlos und ohne Idee. Keine Laufwege ergeben keine Anspielstationen, also lieber dann doch quer oder gar zurück. Irgendwieflanken und nur gechipte Bälle, möglichst viel Ballkontakte in der Box und daher umständlich. Kaum echtes Tempo nach Balleroberungen, der VfB zeigte die gesamte Palette wie man es nicht machen soll, gegen einen Gegner der sehr diszipliniert und massiv verteidigte. Zumal es überhaupt Nübel zu verdanken war, dass man bis zum Abschluß wenigstens auf einen Punkt noch hoffen konnte. Schließlich parierte er einen Strafstoß mit Nachschuß und war ansonsten wie gewohnt auf dem Posten. Es war ein Anrennen, mehr verzweifelt wie überzeugend. Es fehlte der letzte Wille, der Biss zum allerletzten Kraftakt. Der Funke sprang nicht über, selbst das Momentum des gehaltenen Elfers verpuffte im Stadion. Und so blieb es bis zum Abpfiff.
Danach folgte wie schon erwähnt der Jahresausklang, der leider unter dem Tagesergebnis litt. Es fehlte der Spirit, wie im gesamten Spiel.
Es war trotzdem ein tolles Jahr. Vizemeister, das Supercupendspiel blöd verloren, die Hymne der Königsklasse wieder am Neckar, die punktemäßig beste Saison seit Gründung der Buli. Alles vergessen? Nun ist erst mal Ruhe. Dann aber geht es wieder volle Pulle weiter. Am Anfang stehen garantierte vier sogenannte englische Wochen in Serie an. Ein großer Vorteil ist, dass bei den Wochentagsspielen immerhin drei Heimspiele ( Dosen, PSG und Augsburg ) dabei sind. Sollte unser VfB gar die Play offs in der Champions League erreichen, werden sogar sechs Wochen draus. Das ist nun das Los eines erfolgreichen Clubs. Das alles wollen wir doch, oder? Im Sommer 2023 wären wir solche Ansagen noch hochkant in der Klappse gelandet. Wißt ihr noch?
 
 
Keep the faith.
RaMü.
 
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